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Fünf Fragen an Heidrun Zöbisch

In unregelmäßigen Abständen stellen wir Ihnen Menschen vor, die bei DieFeinschmecker arbeiten. Unsere „fünf Fragen“ haben wir dieses Mal an Heidrun Zöbisch gestellt- unsere Köchin, die jeden Tag das Mittagessen frisch für unsere Gäste in der Frohmestraße zubereitet.  Die heute 59-jährige ist von Geburt an gehörlos und hat ursprünglich Pelzwerkerin gelernt. Aufgrund rückläufiger Nachfrage nach echten Pelzen in den 1980er Jahren wurde sie arbeitslos, doch schon bald entdeckte Fleischermeister Kurt Torner ihr Talent für die kalte und warme Küche. Als Aushilfe für den Partyservice eingestellt, trug sie schon kurze Zeit später die Verantwortung für den gesamten Geschäftsbereich. Seit 2011 ist die Hamburgerin für DieFeinschmecker tätig und die Kommunikation mit Kollegen und Kolleginnen klappt auch ganz ohne Worte.

Frage 1

Was wollten Sie als kleines Mädchen werden?
Heidrun Zöbisch:  Nach meinem Schulabschluss an der Gehörlosenschule hatte ich zunächst an Bäckerin oder Blumenbinderin gedacht. Nach einem Praktikum in einem Blumenladen war ich so begeistert, dass ich eigentlich Floristin werden wollte, aber das Arbeitsamt riet mir wegen meines Handikaps ab und man machte mir den Vorschlag, Pelznäherin zu werden.

Frage 2

Wie haben Sie sich für die neuen Aufgaben qualifiziert?

Heidrun Zöbisch:  Bei Torner habe ich eine 6-monatige Umschulung mit einem Gebärden-Dolmetscher erhalten und später habe ich jede Schulung mitgenommen, die sich mir geboten hat – von der Hygieneschulung bis zum Käseseminar. Aber von Anfang an hat mir die Arbeit im Partyservice sehr viel Freude gemacht. Man braucht gute Idee und sehr viel Kreativität, um zum Beispiel schöne Platten zu legen. Besonders stolz war ich, als ich bei der Norddeutschen Fleischerei-Fachausstellung beim Internationalen Plattenwettbewerb 3 x Silber und 3 x Bronze gewonnen habe.

Frage 3

Wie sind Sie zu DieFeinschmecker gekommen?

Heidrun Zöbisch:  Nachdem Kurt Torner 2008 aus Altersgründen zunächst sein Fachgeschäft und 2011 auch den Partyservice geschlossen hatte, hat er mich an Michael Durst weiterempfohlen. Er bot mir die Stelle als Köchin an und seither komme ich jeden Morgen wieder gerne in meine kleine Küche in der Frohmestraße.

Frage 4

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Kollegen? Wie kommunizieren Sie im Arbeitsalltag?

Heidrun Zöbisch:  Meine Kolleginnen und Kollegen kommen sehr gut mit meiner Gehörlosigkeit klar. Meist verstehen wir uns auch ohne Worte und zur Not nehmen wir die Hände zur Hilfe oder benutzen Zettel und Stift. Aber als Köchin muss ich ja auch nicht viel reden und unterm Strich fühle ich mich eigentlich immer gut verstanden.

Frage 5

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Heidrun Zöbisch:  Besonders gerne mag ich Bauernfrühstück und Rinderroulade, aber auch bei einem leckeren Wirsingeintropf mit Hackfleisch oder einer Lasagne al forno werde ich schwach. Und – sorry wenn ich da so sage – die feine Bratwurst von Torner war meine absolute Lieblingswurst. Die Kollegen in der Manufaktur sind zwar schon nah dran, müssen wohl aber noch ein wenig „üben“!