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Fünf Fragen an Michael Durst

DieFeinschmecker blicken auf eine lange Firmengeschichte zurück, deren Grundstein von Michael Durst sen. 1950 mit der Eröffnung seines ersten Fleischereifachgeschäftes gelegt wurde.  Seit 1988 liegt die Verantwortung für das Familienunternehmen in den Händen von Michael Durst  jun. (62). Nach seinem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Exportkaufmann, bevor er sich entschied, noch eine Fleischerlehre und später den Meister zu machen.  Heute ist Michael Durst Obermeister der Hamburger Fleischerinnung, Mitglied im Präsidium des Deutschen Fleischerverbandes, Mitglied des Großen und Kleinen Obermeisterkreises sowie der Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der JL Schumacher Stiftung und vertritt die Interessen seines Handwerks im Vorstand der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe und im Aufsichtsrat der IKK Classik Hamburg.

Frage 1

Ein Unternehmen steht und fällt mit seinen MitarbeiterInnen. Welchen Stellenwert hat das Personal bei DieFeinschmecker?

Michael Durst:  Unsere Mitarbeiter sind die entscheidende Schnittstelle zu unseren Kunden. Sie haben maßgeblichen Anteil daran, ob unser Unternehmen erfolgreich ist oder wir potentielle Chancen nicht nutzen. Es ist kein Problem für uns einen tollen Laden oder Erlebnistempel zu bauen und beste Produkte zu produzieren, aber wenn die Kommunikation mit dem Kunden nicht klappt, wenn wir Arbeitszeiten nicht mit Mitarbeitern besetzen können, die unseren Beruf leben, unsere Produkte lieben und von unseren Kunden positiv wahrgenommen werden , dann hat das unmittelbaren Einfluss auf unseren geschäftlichen Erfolg. Im Catering haben wir schon heute die Situation, dass wir Aufträge nicht ausführen können, weil wir nicht die entsprechenden Mitarbeiter dafür rekrutieren können.

Frage 2

Sie haben den Familienbetrieb 1988 von Ihren Eltern übernommen. Welche Visionen hatten Sie da und haben sich diese Visionen im Laufe der Zeit erfüllt oder verändert?

 

Michael Durst:  Natürlich hatten meine Frau und ich Visionen, die im Wesentlichen darin bestanden, uns breiter aufzustellen. Wir hatten mit dem Ausbau des Partyservices begonnen. Dann folgte der Bereich Lieferungen – zum Beispiel an Kitas oder gehobene Gastronomie und Hotels – und letztlich der dann notwendige Schritt einer zeitgemäßen Produktionsstätte mit zertifiziertem Hygienestatus. Zwischenzeitlich haben wir in einer externen Partnerschaft ein kleines Filialnetz aufgebaut, dies später aber dahingehend korrigiert, dass der Partner gegen nachrückende Familienmitglieder ausgetauscht wurde. Inzwischen sind wir von vier auf drei Filialen zurückgegangen, weil die Rahmenbedingungen (Personal, Mieten, Öffnungszeiten, Umwelt, Anzahl von Großeinzelhändlern) mittlerweile in Hamburg extrem schwierig geworden sind.

Frage 3

Welche Vorteile hat ein Familienunternehmen und gibt es auch mal Tage, an denen Sie das eher als Nachteil empfinden?

Michael Durst:  Der Vorteil ist eindeutig das hundertprozentige Vertrauen und die absolute Verlässlichkeit. Wir sprechen mehr miteinander als übereinander. Jeder hat den Anspruch, unser Unternehmen weiterzuentwickeln und positiv Einfluss zu nehmen. Beim harten Ringen um Entscheidungen kommt es schon mal vor, dass Emotionen eine rationale Argumentation überlagern. Hier ist es wichtig, dass jeder das Gefühl hat, auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden. Das musste ich auch erst lernen.

Frage 4

Sie sind ein vielbeschäftigter Unternehmer, bekleiden mehrere Ämter und Ehrenämter. Was bedeutet für Sie Freizeit?

Michael Durst:  Freizeit ist natürlich wichtig, um sich vom Tagesgeschäft lösen zu können, soziale Kontakte im privaten Bereich zu pflegen und um meinem Körper etwas Gutes zu tun – zum Beispiel durch  Sport. Das macht zu zweit oder in der Gruppe mehr Spaß und deshalb versuchen meine Frau und ich so viel Zeit wie möglich mit unserer großen Familie – wir haben inzwischen fünf Enkelkinder – zu verbringen. Das ist die Grundlage, dass wir die alltäglichen Herausforderungen positiv angehen können.

Frage 5

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Michael Durst:  Ribeye , Kohlrouladen, Tiramisu-Sahnetorte und gebackenes Hähnchen mit Pommes esse ich besonders gerne, aber eigentlich alles, was meine Frau auf den Tisch zaubert!