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Wie der Vater, so die Tochter

Fünf Fragen an Jasmin Möding

Mit unserer Serie „Fünf Fragen an“ stellen wir Ihnen in lockerer Folge die Menschen hinter DieFeinschmecker vor. Aus aktuellem Anlass kommt dieses Mal Jasmin Möding, die älteste Tochter von Ilona und Michael Durst, zu Wort, die gerade ihre zweite Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk abgeschlossen hat. Nach ihrem Abitur hatte die 37-jährige bereits eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei Otto in Hamburg absolviert und war 12 Jahre für den Hamburger Versandhändler tätig. Seit 2013 ist die Hamburgerin für die Bereiche Personal und Marketing bei DieFeinschmecker verantwortlich.

Frage 1:

Was hat Sie nach 12 Jahren im Otto-Versand dazu bewogen, in den Familienbetrieb einzutreten?

Jasmin Möding: Ich hatte Lust auf eine Veränderung und neue Herausforderungen.  Der große Vorteil eines Familienunternehmens ist die Flexibilität. Jeder der Kinder hat weiß, dass man immer der Zeit hinter her rennt. Das ständige auf die Uhr gucken, damit man bloß nicht zu spät zum Kindergarten kommt und die vielen Fehltage aufgrund von Kinderkrankheiten. Der Arbeitsweg zu Otto hat mir zudem immer zwei Stunden pro Tag geklaut und das wollte ich einfach nicht mehr. Heute fahre ich zehn Minuten zur Arbeit und wenn etwas mit den Kids ist, dann bin ich innerhalb weniger Minuten vor Ort. Wenn eines meiner Kinder krank ist, arbeite ich von Zuhause oder abends, wenn die beiden Mädels schlafen.  DieFeinschmecker bieten mir die Möglichkeit,  eigene Ideen mit einfließen zu lassen,  kreativ zu sein und ich finde es interessant, täglich auf neue interessante Menschen zu treffen.

Frage 2:

Sie haben gerade Ihre zweite Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk – Schwerpunkt Fleisch mit der Gesamtnote 2 abgeschlossen. Was war der Grund dafür, noch einmal die Schulbank zu drücken?

Jasmin Möding: Ich habe mir vor zwei Jahren gut überlegt, ob ich tatsächlich mit 37 Jahren noch einmal die Schulbank drücken soll. Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich es schaffe, meinen Vollzeit-Job in der Firma, Mama von zwei Mädels zu sein und die Ausbildung unter einen Hut zu bekommen. Auf der anderen Seite stand für mich fest, dass DieFeinschmecker meine Zukunft sind und es ist immer gut, nicht nur schlau zu reden, sondern auch das Hintergrundwissen zu erlernen. Ich stehe selbst in der Filiale, wenn jemand ausfällt oder im Urlaub ist und ich merke, dass unsere Kunden immer anspruchsvoller werden. Informationen zu Herkunft, Hygiene, Herstellungsprozessen und Ernährung gehören zum Alltag und ich wollte diesem Anspruch gerecht werden. Heutzutage dürfen wir nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern sollten den Anspruch haben, uns immer zu verbessern, um unseren Kunden einen guten Service bieten zu können.

Frage 3:

Ihr Vater, Michael Durst, hatte seinerzeit auch erst eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, bevor er sich dafür entschieden hatte, Fleischer zu lernen, den Meister zu machen und später das Unternehmen von seinen Eltern zu übernehmen. Sehen Sie da Parallelen zu Ihrem Vater?

Jasmin Möding: Also grundsätzlich sind mein Vater und ich uns sehr ähnlich – das hat uns damals beim gemeinsamen Lernen auch viele Nerven gekostet. Meine Eltern haben meinen Schwestern und mir die freie Wahl gelassen, wo unsere berufliche Reise hingehen soll. Sie standen immer hinter uns und haben uns in allen Themen unterstützt. Heute sind mein Vater und  ich auch beruflich ein sehr gutes Team. Wir diskutieren über Themen, verlieren nie den Blick nach vorne und schätzen uns gegenseitig. Mein Respekt für meinen Vater ist sehr groß. Ich bewundere ihn, wie er mit der Vielzahl von Themen umgeht ohne jemals die Fassung zu verlieren. Meine Eltern waren während der gesamten Ausbildungszeit eine große Stütze für mich und standen mir sowohl beruflich als auch privat immer zur Seite.

Frage 4:

Das Fleischer-Handwerk befindet sich im Wandel. Junge Fleischermeister machen sich mit neuen frischen Konzepten selbständig. Wo sehen Sie die Zukunft für DieFeinschmecker?

Jasmin Möding: Ich finde es großartig und sehr interessant, was gerade in diesem Handwerk passiert. Viele junge Kollegen schaffen es, dieses Handwerk wieder sexy und attraktiv zu gestalten und eine Brücke zu den älteren erfahrenen Kollegen zu bauen. Meine jungen Kollegen, die über Social Media gehen, neue moderne Filialen eröffnen und auch wieder vermehrt offen über die Themen Herkunft, Schlachtung und Herstellung sprechen, schaffen es, neue Zielgruppen zu gewinnen. Unser Ziel ist es, die Kunden zum Nachdenken zu bewegen. Klar, die Schlachtung und das Verzehren von Tieren ist nicht jedermanns Sache und es gibt auch viele Gegner, aber das gilt für alle Bereiche. Wir wollen den Kunden ein gutes Gefühl beim Einkaufen geben. Wir wissen, wo und wie die Tiere aufwachsen und gefüttert werden. Wir distanzieren uns von der Massenschlachtung und legen viel Wert auf gute Fleischqualität. Wir wollen den Kunden immer wieder neue Produkte bieten, den gewünschten Kundenservice noch stärker fokussieren und den Bereich Mittagstisch durch einen geplanten Umbau in der Filiale in Schnelsen noch weiter ausbauen.

Frage 5:

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Jasmin Möding: Hähnchen mit Pommes – das Traditionsessen der Familie Durst,  zu dem die Familie immer samstags zusammen kommt.